Streckenflugwochenende mit vielen Junioren

14. Rundenplatz für den Aero-Club Nastätten in der Segelflug-Bundesliga. In der Gesamttabelle etabliert sich der Verein damit erstmals unter den zehn schnellsten Segelflug-Vereinen Deutschlands.

Deutsches Eck bei Koblenz, Foto: Jens-Christian HenkeDas Wetter am zurückliegenden Wochenende bot mit warmen Temperaturen nicht nur am Boden, sondern auch in der Luft gute Bedingungen. Vor allem am Sonntag ergab sich eine hohe Wolkenunterkannte. Wenn die Aufwinde bis zu einer Höhe von 2000 Metern reichen, hat man, einmal oben angelangt, eine große Reichweite im Gleitflug und kann das Risiko einer Außenlandung auf einem Acker verringern.

Erfolgsgarant diese Runde war das Taunussteiner Team aus Martin Fuhr und Jochen Back auf dem großen Doppelsitzer ‘Delta’. Eine Reihung vieler einzelner Wolken zu einer sogenannten ‘Wolkenstraße’ in dem Gebiet um Vogelsberg und Rhön ermöglichte ihnen, einen Schnitt von 134 Stundenkilometern zu fliegen. In dem zweieinhalb-stündigen Bundesligafenster flogen sie über 330 Kilometer weit und überquerten mehrmals den knapp 800 Meter hohen Vogelsberg. 

Einen ähnlichen Kurs flog der Wiesbadener Jens-Christian Henke. Er startete mit Hilfe eines ausklappbaren Motors ohne fremde Hilfe und flog über Heidenrod und Aarbergen Richtung Osten los. Nur einen geringen Teil des Fluges musste Henke kreisend in Aufwinden verbringen und konnte ansonsten viel Steigen mit kleinen Schlenkern auf dem Weg einsammeln. 

Auffällig in dieser Runde war die hohe Anzahl an Piloten, die zu Bundesliga-Flügen antraten. Neben den drei Wertungsflügen meldeten 13 weitere Piloten und Pilotinnen ihre Flüge online zur Wertung an. 

Urfttalsperre bei Aachen, Foto: Wilhelm WesterburgAllein sechs Piloten gelang es, Schnittgeschwindigkeiten von über 70 Stundenkilometern zu fliegen. Während das Team Olaf Merbt und Peter Fabian im Rahmen eines Wettbewerbs bei Bayreuth flog, zog es die meisten Piloten aus Nastätten in Richtung Eifel. Junior Max Karl erflog im engen Teamflug mit Alfred Perlich einen Schnitt von 78 Stundenkilometern. Dabei stimmen sich die Piloten über Funk über den optimalen Flugweg ab und haben somit die doppelte Spannweite zur Verfügung, um nach Aufwinden zu suchen. 

Erstmals mit dabei waren auch die Junioren Clara Theis, Jasmin Thomas und Jannik Back. Sie werden nach ihrer eigentlichen Flugausbildung nun langsam in den Doppelsitzern an den Streckenflug herangeführt. 

Am kommenden Wochenende wird am Nastätter Flugplatz ein Oldtimer-Treffen vieler älterer Segelflugzeuge stattfinden. Im Fokus steht dabei die ‘Slingsby T 21’, ein offener Schulungsdoppelsitzer der britischen Luftwaffe aus den 50er Jahren. Mehrere Flugzeuge dieses Typs werden dann über dem ‘Blauen Ländchen’ ihre Runden drehen und den Charme einer vergangen Epoche wieder aufleben lassen. 

Moritz Althaus