Runde 9 bringt nur einen Trostpunkt

Erneut nur ein Trostpunkt für den Aero-Club Nastätten. Auch in der 9. Runde der Segelflug-Bundesliga gelingt wie in den Runden zuvor keine gute Platzierung. Dies spiegelt sich auch in der Gesamttabelle wieder, nach einer zwischenzeitlichen Top-Ten Platzierung befindet sich der Aero-Club nun auf dem 17. Rang. 

Blick auf Rheingau und Taunus aus dem Segelflugzeug, Foto: Moritz AlthausVor allem mit dem Wetter konnten die Bundesliga-Piloten und Pilotinnen aus dem ‘Blauen Ländchen’ diese Runde hadern. Am Samstag wurde der Süden Deutschlands mit schnellem Rennwetter bedacht, am Sonntag dann der Nord-Osten. Außen vor blieben dabei die Vereine aus dem Westen Deutschlands. Trotz dieses Wetterpechs starteten am Samstag und Sonntag viele Piloten des ACN motiviert auf ihre Bundesligaflüge. 

Am schnellsten unterwegs war das Taunusstein Team Martin Fuhr und Peter Fabian im Doppelsitzer ‘Delta’. Sowohl am Samstag als auch am Sonntag meldeten sie die jeweils schnellsten Flüge - mit dem Doppelsitzer ist eine zweifache Platzierung in der Wertung möglich.

Samstag Mittag starteten beide im Eigenstart vom Segelfluggelände bei Nastätten aus. Der Motor verschwindet nach dem Start hinter den Piloten in Rumpf, und das Flugzeug ist nicht mehr von einem normalen Segelflugzeug zu unterscheiden. Ihr Flugweg führte Fuhr und Fabian zuerst Richtung Sauerland. Allerdings musste in der Nähe der Stadt Siegen der Motor nochmals zum Einsatz kommen, um eine Landung auf einem Acker zu vermeiden - der Bundesligaflug war nun aber beendet. 

Mit einem erneuten Einflug in den Startkreis mit einem Radius von 15 Kilometern um den Startflugplatz wurde der Flug neu gestartet. Wieder ging es in das hohe Gelände des Sauerlands, diesmal aber war mit einer Höhe von 1500 Metern deutlich mehr Luft unter den Flügeln. Über dem großen Wintersportgebiet bei Winterberg wurde gewendet, und nach einem kleinen Abstecher Richtung Koblenz meldeten sich beide um 17 Uhr mit einer Geschwindigkeit von 87 Stundenkilometern zur Landung.

Flügelproduktion von Windrädern bei Dernbach, Foto: Martin FuhrAm Sonntag gelang es ihnen dann, diese Geschwindigkeit nochmal um 4 Stundenkilometer zu verbessern. Der Flugweg führte sie nun über den Hunsrück-Kamm bis an das Saarland heran. Auf dem Rückweg, kurz vor der Querung des Rheines wurde es dann nochmal spannend. Über der A61 waren beide nur noch 240 Meter hoch. Wenn es nicht gelingt, im motorlosen Flug bis auf 15 Kilometer an den Heimatflugplatz heranzukommen, zählt ab dieser Saison der gesamte Flug nicht mehr. Über 40 Minuten kämpften beide bodennah um den rettenden Aufwind, bis es ihnen schlussendlich gelang, nochmals auf eine Höhe von 1200 Metern zu steigen. 

Die Wertung komplettierte der Taunussteiner Jochen Back. Back wählte bereits am Samstag den Weg über den Hunsrück-Kamm. Seine Strecke führte ihn über Marpingen, Sarreguemines und Saarlouis. Auf dem Rückweg konnte Back in der Nähe des ‘Erbeskopf’, der mit 816 Metern höchsten Erhebung des Hunsrücks, auf 2000 Meter steigen. Diese Höhe ermöglicht mit modernen Segelflugzeugen einen Gleitflug von über 60 Kilometern, was Back zum Heimflug nach Nastätten reichte. Mit einer Geschwindigkeit von 79 Stundenkilometern war er ebenfalls nicht langsam unterwegs, hatte aber im Vergleich zu Schnittgeschwindigkeiten von über 140 Stundenkilometern in Norddeutschland das Nachsehen. 

Moritz Althaus