Lehrgänge und Ausbildungserfolge - Runde 10

Der Aero-Club Nastätten erkämpft sich bei schwierigem Wetter drei Rundenpunkte in der Segelflug-Bundesliga, rutscht in der Gesamttabelle aber auf den 19. Platz ab. 

Clara Theis nach ihrer Prüfung, Foto Carolin FuhrFluglehrer Sascha Stüber erflog mit 61 Stundenkilometern einen der drei Wertungsflüge für den Aero-Club Nastätten. Der Miehlener ist zur Zeit als Ausbilder auf einem Streckenflug-Lehrgang. So war er nicht alleine unterwegs, sondern hatte zwei Streckenflug-Neulinge mit jeweils eigenen Flugzeugen im Schlepptau. 

In der Luft half Stüber beiden, die Aufwinde zu finden und wartete geduldig, wenn sie einmal länger brauchten, um bis an die Wolken zu steigen. Nach Start in Bad Sobernheim arbeitete sich das Dreierteam bis an die französische Grenze vor, ein eindrucksvoller Flug für die Junioren aus Mainz und Ludwigshafen. 

Das Taunussteiner Team Peter Fabian und Martin Fuhr konnte, wie bereits in den vergangenen Wochen, den schnellsten Flug für den Aero-Club verbuchen. Nach ihrem Start in Nastätten ging es für sie nach Süd-Westen Richtung Saarland. Dort existiert normalerweise über dem Truppenübungsplatz ‘Baumholder’ ein Flugbeschränkungsgebiet. Flughafen Ramstein aus der Luft, Foto Moritz AlthausDer Einflug steht unter Strafe. Doch am Wochenende sind diese Gebiete meist nicht aktiv, sodass sie durchflogen werden können. Von dort flogen beide dann Richtung Worms. Das Gelände im Rheintal ist sehr flach und besitzt wenige Unebenheiten, was nicht gut für die Stärke der Aufwinde ist. Deswegen wendeten Fabian und Fuhr frühzeitig und flogen über den Luftraum des amerikanischen Militärplatzes Ramstein Richtung Westen. Von dort kämpften sie sich dann am späten Sonntagnachmittag gegen den auffrischenden Wind wieder Richtung Nastätten.

Damit gelang den beiden nicht nur ein schneller Bundesligaflug, sondern auch der größte Flug in Deutschland am Sonntag. 

Ebenfalls unterwegs waren Jochen Back und Stephan Anderson im Doppelsitzer ‘YH’. Sie flogen im zweieinhalb-stündigen Bundesligafenster 200 Kilometer weit und erzielten dabei eine Schnittgeschwindigkeit von 80 Stundenkilometern.

Erfreulich für den Aero-Club sind die anhaltenden Erfolge in der Ausbildung. Jedes Wochenende sind ehrenamtliche Fluglehrer eingeteilt, die den mehr als 15 Flugschülern und Flugschülerinnen zwischen 14 und 60 das Fliegen näher bringen. Eine Flugschülerin wird nun nicht mehr mit den Fluglehrern im Doppelsitzer abheben. Clara Theis hat erfolgreich die Luftfahrerschein-Prüfung bestanden. Noch zu jung, um alleine im Auto unterwegs zu sein, darf sie nun die vielen Flugzeuge des Aero-Clubs fliegen und auch Gäste im Doppelsitzer mitnehmen.

Prüfungsstart von Clara Theis, Foto Carolin FuhrBei der Ausbildung zum Segelflugschein gibt es dabei einige Unterschiede zum Erlangen des Führerscheins. Bereits nach ein paar Monaten und etwa 40 Starts, sind die Flugschüler zum ersten Mal alleine im Flugzeug unterwegs. Unter Aufsicht eines Fluglehrer werden sogenannte ‘Platzrunden’ geflogen, bei denen sich der Flugschüler nicht aus der Nähe des Flugplatzes entfernt. Dieser Alleinflug markiert aber keinesfalls das Ende der Ausbildung. Auf dem Trainingsprogramm stehen nun Start und Landung bei schwierigeren Wetterbedingungen. Auch verschiedene Anflugtechniken und das Finden und Zentrieren der Aufwinde werden eingeübt. Gegen Ende der Ausbildung folgen erste Streckenflüge und eine Theorieprüfung bevor ein externer Prüfer anreist, um das Erlernte zu testen. 

Moritz Althaus