Stabilisierung in Runde 11

Erfolg für den Aero-Club Nastätten. Nach vier etwas schwierigeren Runden kann mit dem 16. Rundenplatz die Position in der Tabelle stabilisiert werden. Der Abstand vom 20. Tabellenplatz auf die Abstiegsränge kann sogar etwas ausgebaut werden. 

Moritz Althaus und Marcel Kaspari vor dem Förderflugzeug ‘OLC’, Foto Carolin FuhrDie Hochdruckwetterlage am zurückliegenden Wochenende stellte die Piloten und Pilotinnen vor ein paar Schwierigkeiten. Während der Himmel über Nastätten den ganzen Sonntag über blau blieb, sollten sich am Samstag ein paar einzelne Quellwolken bilden. Doch wo und wann würden diese erscheinen? 

Wer es als Pilot schafft, den ganzen Flug unter diesen Quellungen zu fliegen, ist meist deutlich schneller als ein entsprechender Flug unter blauem Himmel, bei dem die Aufwinde nicht durch Wolken markiert sind. 

Am Taunuskamm erschienen bereits um kurz nach 10 die ersten Wolken. Leider liegt dieser bereits unter dem Luftraum des Frankfurter Flughafens, so dass nur unter einem sogenannten ‘Luftraum-Deckel’ geflogen werden kann. Marcel Kaspari und Moritz Althaus starteten als erste am Samstag Morgen. Fast ohne einen Kreis in der Thermik drehen zu müssen ging es für beide bis an den großen Feldberg und von dort wieder zurück nach Nastätten. Da die nächsten Wolken erst am Horizont in der Eifel zu sehen waren, entschied man sich dazu, diese Linie nochmals zu fliegen. 

Nils Gies im Oldtimer aus Holz, Foto Carolin Fuhr	Auch Jens-Christian Henke hatte diesen Plan. Konsequent flog er dicht an der Luftraum-Kante über Niedersausen, Königstein und Bad Homburg. Zu Zeiten als der Frankfurter Flughafen noch nicht seine heutige Größe hatte und der Aero-Club Nastätten noch von der Wiesbadener Platte startete eine Standardstrecke - heutzutage gibt es wenige Piloten die dort unterwegs sind. Henke erflog einen Schnitt von 115 Stundenkilometern. 

Zu dieser Zeit waren Kaspari und Althaus schon Richtung Hunsrück und Eifel nach Westen unterwegs. Während Althaus mit einer Freigabe einen Flugweg quer über den Flughafen Frankfurt Hahn und weiter nach Luxemburg wählte, hatte Kaspari den Plan, nach Belgien einzufliegen. 

Mit seinem 40 Jahre alten Segler vom Typ ‘Hornet’ gelang ihm schließlich der Einflug in die Ardennen. Dort konnte er über 2200 Meter hoch steigen und wendete rechtzeitig, so dass er es mit Ende der Thermik gegen 18 Uhr gerade noch nach Nastätten zurück schaffte. Auch Althaus gelang der Rückflug, er war über das zweieinhalb-stündige Bundesliga-Fenster 120 Stundenkilometer schnell. 

Flugschüler entspannen vor dem Start, Foto Carolin FuhrErst gegen Mittag startete Holger Back mit Co-Pilotin Ilka Elster-Back auf dem neuen Vereinsdoppelsitzer ‘Yankee-Delta’. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich schon etwas mehr Wolken entwickelt, so dass ein direkter Abflug Richtung Eifel möglich war. Sie überflogen den Nürburgring und Gerolstein nach Westen und kamen bis in die ‘Schnee-Eifel’ an der Grenze zu Belgien. So gelang beiden eine Schnittgeschwindigkeit von 102 Kilometern pro Stunde. 

Ab der zweiten Juli-Woche bricht für den Aero-Club nun das alljährliche Sommerlager an. Entsprechendes Wetter vorausgesetzt ist nun zwei Wochen lang auch unter der Woche jeden Tag Flugbetrieb. Wer das ‘Blaue Ländchen’ einmal von oben betrachten möchte, ist in dieser Zeit herzlich eingeladen, auf dem Segelflug-Gelände bei Nastätten vorbeizuschauen. 

Moritz Althaus