Runde 15 - Der ACN auf Expedition

Sonne und Cumuluswolken auf der einen Seite. Quelle: Sascha StüberDas Bundesliga-Team der 15. Runde (v.l.n.r.): Robert Göbel, Sascha Stüber, Rolf Diederichs. Quelle: ACN In der 15. Runde starteten die Piloten des Blauen Ländchens zu insgesamt acht Flügen in der Eliteliga. Sie konnten dabei sieben wertvolle Rundenpunkte erfliegen. Zwei Bundesligaflieger starteten in Nastätten, doch diese beiden Flüge lagen ganz am Ende der vereinsinternen Wertungsliste. Deutlich besser konnte im Rahmen des Streckenflug-Trainingslager 2017 des Luftsportverbands Rheinland-Pfalz gepunktet werden. Dieses einwöchige Training fand wieder in Aalen-Heidenheim am nordöstlichen Ende der Schwäbischen Alb statt.

Die Nachricht, dass erneut nur an einem Tag des Wochenendes gepunktet werden konnte, ist in diesem verregneten Sommer leider keine Überraschung mehr. Der lebhafte Wind und die dichten Wolken des Sonntages erinnerten sogar an den Herbst. Immerhin konnte am Samstag geflogen werden, wenngleich unter schwierigen Bedingungen. Zwei Piloten versuchten es in Nastätten. Eine Konvergenz ließ anfangs hohe Schnittgeschwindigkeiten zu, konnte aber höchstens zur Hälfte des 2,5-stündigen Wertungsfensters genutzt werden.

Dunkle Regenwolken auf der anderen Seite. Quelle: Sascha StüberAuch für die Piloten, die auf dem Flugplatz Aalen-Heidenheim starteten, war es kein Spaziergang. Die Flüge verlangten viel Konzentration und Bastelarbeit insbesondere zum Ende des Tages, da immer mehr Regen fiel. Alle sechs Kandidaten flogen zunächst mit dem schwachen Rückenwind in den Osten. Die große Herausforderung war der Rückflug zum hoch gelegenen Startflugplatz auf der Schwäbischen Alb. Drei Piloten gelangen perfekte Außenlandungen auf demselben abgeernteten Getreidefeld. Für die drei schnellsten Piloten war das nach Hause kommen problematisch, da am Nachmittag viele kräftige Schauer umflogen werden mussten.

 

Robert Göbel flog am schnellsten für den ACN. Im 2,5-stündigen Bundesligazeitfenster war er mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 105,51 km/h unterwegs. Nach Anwendung des Handicap-Faktors für seine DG-808B "Juliett Delta" mit 18m Spannweite errechnete sich eine Rundengeschwindigkeit von 92,96 km/h. Nach dem Start legte er die ersten 90 km ohne einen einzigen Kreis zurück. Haken schlagend folgte er tragenden Linien und stieg dabei sogar auf über 2.000 m über dem Meeresspiegel. Erst östlich von Regensburg, fast über der Donau, wendete er. Auch auf dem Rückflug gegen den Wind konnte er überwiegend geradeaus fliegen, so dass sein Kreisfluganteil am Ende unter 10% lag.

Sascha Stüber sprintete mit dem Elektrosegler Antares 20E "Mike Alpha" von Malte Bernhardt. Ihm gelang mit 83,73 km/h die zweitschnellste Rundengeschwindigkeit des Vereins. Da die Antares 20E mit ihrem Elektromotor für Flüge durch Regen ungeeignet ist, flog Stüber nicht so weit von Aalen-Heidenheim weg wie Göbel und Diederichs. Er wendete vielmehr unweit von Beilngries, flog in Richtung Startflugplatz zurück um dann noch einmal nach Beilngries zu sprinten. Der Direktanflug auf Aalen-Heidenheim zur Landung war ihm nicht möglich, weil ein starker Schauer den Weg versperrte. Stüber musste weit in den Süden ausholen und nördlich der Donau parken, bevor er eine regenfreie Lücke für den Heimflug nutzen konnte. Der nächste Starkregen westlich des Flugplatzes zog nämlich bereits in Richtung Landebahn.

Außenlandungen auf einem abgeernteten Getreidefeld. Quelle: ACNDas Bundesliga-Team der 15. Runde komplettierte der ehemalige 1. Vorsitzende des ACN Rolf Diederichs auf seiner DG-800B "Kilo Sierra" mit einer Rundengeschwindigkeit von 70,61 km/h. Sein Rückenwindschenkel war länger als der von Stüber und er flog direkt nach Aalen-Heidenheim zurück.

Die Siebenschläfer-Regel hat Deutschland fest im Griff, so dass die Prognosen für das kommende Wochenende eher Regenschauer als blauen Himmel und intensiven Sonnenschein erwarten lassen. Mit den sieben Rundenpunkten der 15. Runde büßt der Segelflugverein des Blauen Ländchens nur einen Zähler in der Tabelle auf Rang 8 ein. Das große Ziel, unter den "Top 10" die Saison 2017 zu beenden, ist in den vier ausstehenden Runden mit einem engagierten Endspurt gut zu verwirklichen.

 

Text: Jens-Christian Henke